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aus http://www.strahlentelex.de/Stx_08_514_E03.pdf Als Dr. Oberfeld im Januar 2008 (s. auch ElektrosmogReport 2/2008) die Ergebnisse zur Krebshäufigkeit im Zusammenhang mit einem C-Netz-Sender in der Nähe von Graz veröffentlichte, kamen prompte Reaktionen von der Mobilfunkindustrie, in denen u. a. behauptet wurde, es hätte dort nie einen CNetz-Sender gegeben. Man sprach von „falschem Gutachten“ und man wolle gegen Oberfeld klagen. In einer Pressemitteilung von Oberfeld (27.03.2008) wird über die Reaktion des Forum Mobilkommunikation (FMK), einem Organ für Presse und Öffentlichkeitsarbeit der Mobilfunkindustrie, berichtet: „Die Reihe der verunglimpfenden und desavouierenden Pressemeldungen wird vom FMK nunmehr offenbar fortgesetzt.“ Weder beim FMK noch bei dem zuständigen Ministerium war man bereit gewesen, auf Anfragen Oberfelds zu den C-Netz-Daten Auskunft zu geben, worauf Oberfeld seine Kontakte genutzt habe, um zu den benötigten Informationen zu kommen.
Nun werden zwei weitere Forscher in Misskredit gebracht:
Universität verlangte, die Veröffentlichungen zurückzuziehen.
Schon in dem Bericht zum FGF-Workshop vom Mai 2007, den die Forschungsgemeinschaft Funk (FGF) organisiert hatte (im Januar 2008 erschien der Bericht zu dem Workshop) war ein seltsamer Umgang mit Forschungsergebnissen zu bemerken.
Das Gegenteil ist der Fall. Wenn die Ergebnisse auf thermische Effekte zurückzuführen sind, dann werden diese eben bei sehr viel geringeren Strahlungsintensitäten hervorgerufen, als bisher immer (von den entsprechenden Akteuren) behauptet wurde. Und dann müssen die Grenzwerte sofort herunter. Auf dem Workshop referierte u. a. Prof. Niels Kuster von der ETH Zürich über die Versuchsbedingungen, unter denen die Experimente zur Untersuchung der Wirkung von elektromagnetischen Feldern durchgeführt werden. Er meinte, wenn die Biowissenschaftler mehr mit den Technikern reden würden, wären die Ergebnisse besser bzw. besser reproduzierbar. Man kann auch umgekehrt einen Schuh daraus machen: Wenn die Techniker sich öfter bei den Biowissenschaftlern kundig machen würden, wäre die Einschätzung der Schädlichkeit von elektromagnetischen Feldern oftmals realistischer und sachlich der Realität näher. Bis jetzt ist es überwiegend so, dass Techniker aus den Biowissenschaften und auch Physiker sich anmaßen, über Epidemiologie und Abläufe in der Zelle besser Bescheid zu wissen als die Fachleute, nämlich kompetente Mediziner, Biochemiker und Physiologen. Es scheint, als wäre der Workshop nur zu dem Zweck veranstaltet worden, die Experimente mit wissenschaftlich positiven Ergebnissen in Misskredit zu bringen. An jedem Befund irgendeiner der betrachteten Arbeit war ein Fehler zu finden, während die negativen Ergebnisse automatisch als 100%ig korrekt und akkurat durchgeführt zu betrachten sind; sie werden jedenfalls nicht diskutiert. Die Kalibrierung ist angeblich mangelhaft, die Testsysteme ungeeignet usw., als wären die Wissenschaftler, die positive Ergebnisse liefern, zu blöd, ihre Arbeit zu machen. Die Diskussion ging völlig am Problem vorbei, denn es war noch nie ein Geheimnis, dass mit lebenden Systemen widersprüchliche Ergebnisse produziert werden. Ursache ist aber neben – selbstverständlich auch vorkommenden – Fehlern schlicht die Tatsache, dass lebende Systeme äußerst flexibel und unberechenbar auf die Umwelt reagieren. Und dazu gehört auch Zellstress. In die Reihe passen die neuen Meldungen zu den Interphone-Studien. Einige der beteiligten Forscher bewerten die Ergebnisse offenbar nun anders als zuvor. Es mutet schon seltsam an, dass, wenn die Forschung etwas nicht genehmes Signifikantes findet – z. B. erhöhte Tumorrate am Kopf auf der Seite, an der das Telefon gehalten wird –diese Ergebnisse prompt auf Irrtümer verschiedener Art zurückzuführen sind. Es wird den Patienten beispielsweise unterstellt, dass sie sich nicht richtig erinnern, wie sie ihr Telefon halten, weil angeblich der Tumor dazu führt, dass die Leute denken, sie hätten das Telefon immer an die Tumorseite gehalten. Der Tumor hat ihnen den Verstand vernebelt? Das ist geradezu albern. Gibt es allerdings keine signifikanten Unterschiede oder Widersprüche, die Ergebnisse also geeignet sind, die Bevölkerung zu beruhigen, werden keine Zweifel am Erinnerungsvermögen der Probanden oder den Versuchsbedingungen geäußert. Die Diskussion muss also darum gehen, wie die Widersprüche gehandhabt, d. h. interpretiert werden, und zwar mit negativen und positiven Befunden. Wenn in Experimenten Schädigungen zu finden sind, dann können sie auch im realen Leben auftreten, mal mehr und mal weniger ausgeprägt, signifikant oder nicht. Und ebenso können – nicht zu vergessen – negative Befunde falsch sein oder in die Irre führen. Elektrosmog-Report 14 (6) – Juni 2008
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